17.07.2026
Achtklässler setzen sich mit Suchtprävention auseinander
Was bringt Menschen dazu, Grenzen zu überschreiten? Wie entsteht Gruppendruck? Und was hilft dabei, auch in schwierigen Situationen selbstbestimmt zu handeln? Mit diesen Fragen beschäftigten sich in den vergangenen Tagen alle achten Klassen des Chiemgau-Gymnasiums im Präventionsprojekt „Maßhalten“.
Ziel des Projekts war es, die Jugendlichen darin zu stärken, eigene Entscheidungen bewusst zu treffen und Risiken frühzeitig zu erkennen. Dabei stand nicht der erhobene Zeigefinger im Mittelpunkt, sondern die Auseinandersetzung mit der eigenen Lebenswelt. Alkohol, Nikotin, digitale Medien und andere Konsumformen wurden dabei ebenso thematisiert wie Stress, Freundschaften und der Umgang mit Erwartungen.
Geleitet wurde das Projekt von der Sozialpädagogin Christl Gastager, dem Schulpsychologen Dr. Ferdinand Regner sowie dem Beauftragten für Suchtprävention Bernhard Seitlinger. Gemeinsam gestalteten sie einen abwechslungsreichen Projekttag mit Gesprächsrunden, Gruppenarbeiten und handlungsorientierten Übungen.
Besonders eindrucksvoll erlebten die Schülerinnen und Schüler die beiden Methoden „Firewall“ und „Lebenstank“. Bei der Übung „Firewall“ überlegten die Jugendlichen, welche Werte, Fähigkeiten und Menschen ihnen dabei helfen können, sich gegen negativen Einfluss, Gruppendruck oder riskantes Verhalten zu behaupten. Gemeinsam entwickelten sie Strategien, um in herausfordernden Situationen selbstbewusst „Nein“ sagen zu können.
Im zweiten Baustein, dem „Lebenstank“, richtete sich der Blick auf die eigenen Kraftquellen. Die Schülerinnen und Schüler hielten fest, was ihnen Energie gibt – etwa Familie, Freundschaften, Sport, Musik oder Hobbys – und welche Belastungen ihren „Tank“ leeren können. In den anschließenden Gesprächen wurde deutlich, wie wichtig es ist, auf die eigene psychische Gesundheit zu achten und bewusst für Ausgleich im Alltag zu sorgen.
Die offene Mitarbeit und die Bereitschaft, eigene Gedanken einzubringen, prägten den gesamten Projekttag. Viele Schülerinnen und Schüler beteiligten sich aktiv an den Diskussionen und zeigten großes Interesse an den behandelten Themen. Dadurch entstand eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der auch persönliche Erfahrungen ihren Platz fanden.
Mit dem Projekt „Maßhalten“ leistet das Chiemgau-Gymnasium einen wichtigen Beitrag zur Gesundheitsförderung und Persönlichkeitsentwicklung. Denn wirksame Suchtprävention beginnt nicht erst dort, wo Probleme entstehen, sondern dort, wo junge Menschen lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen und ihre eigenen Stärken zu erkennen.
Bernhard Seitlinger, StR