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Totale Überwachung der Bürger der DDR durch die Stasi

05.07.2019

Vortrag von Dr. Müller-Enbergs am ChG

Totale Überwachung der Bürger der DDR durch die Stasi
Vortrag von Dr. Müller-Enbergs am ChG

Einen sehr informativen und persönlich engagierten Vortrag über die Arbeitsweise der Staatssicherheit in der SED-Diktatur und die Aufgaben und Zielsetzungen der Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik, kurz BStU, hielt Dr. Helmut Müller-Enbergs vergangene Woche für die 11. Jahrgangsstufe am Traunsteiner Chiemgau-Gymnasium. Dabei ließ er ein Stück deutsch-deutsche Geschichte lebendig werden und vermittelte tiefe Einblicke in ein Leben mit totaler Überwachung des Einzelnen durch den Staat.

„Keine Gesellschaft in der europäischen Geschichte“, so Dr. Müller-Enbergs, „galt in einem solchen Maße durch den staatlichen Geheimdienst durchgehend überwacht wie die Gesellschaft der DDR.“ Dieses System der Staatssicherheit mit ihren 189 000 inoffziellen Mitarbeitern und Millionen von Informanten, sogenannten Auskunftspersonen, durchzog das gesamte Leben und jeder DDR-Bürger war in seinem beruflichen wie privaten Bereich in irgendeiner Weise betroffen. Diese Vorgänge aufzuarbeiten, war und ist die Aufgabe der BStU. Diese hat auch noch heute, 30 Jahre nach dem Fall der Berliner Mauer, eine wichtige Funktion.

Besonders beeindruckt waren die Schülerinnen und Schüler von den Ausführungen über die akribische und systematische Ausbildung von Westagenten und deren Arbeitsweise, um in der Bundesrepublik nicht enttarnt zu werden. Dabei ging es nicht nur um die direkte Verfolgung von Republikflüchtlingen, sondern auch um die Beschaffung von Informationen durch Spionage und die direkte und indirekte Einflussnahme auf die Politik des Westens, so Dr. Müller-Enbergs.

Der Experte zog die Schülerinnen und Schüler der 11. Jahrgangsstufe mit seinen umfassenden Ausführungen und seiner authentischen Vortragsweise über das allumfassende System der Stasi in seinen Bann. Als „beruflicher Wanderer“ zwischen den beiden politischen Systemen, vor dem Hintergrund seines persönlichen Engagements zur Zeit der Wende und auf der Basis seines umfassenden Wissens durch die langjährige Beschäftigung mit den Akten der Stasi verdeutlichte er dem jungen Publikum, wie wichtig die Verteidigung von Freiheit, Demokratie und der Schutz der Privatsphäre ist.

Dr. Müller-Enbergs bei seinem Vortrag am ChG über die Überwachung der Bürger der DDR durch die Stasi
Dr. Müller-Enbergs bei seinem Vortrag am ChG über die Überwachung der Bürger der DDR durch die Stasi

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